Veranstaltungen

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Hier werden Termine zu regionalen oder überregionalen Veranstaltungen aufgeführt.

Ihr könnt mir gerne auch einen Link zu Euren Veranstaltungen schicken. Ich veröffentliche diesen link auf meiner Website.

Foto: Wolfgang Roth

Events

„Literarische Sommerakademie“ – LISA – in Schrobenhausen … nun schon zum 12. Mal!
Die LISA hat sich in den letzten 12 Jahren zu einer der wichtigsten literarischen Veranstaltungen in Bayern entwickelt.
Leiter der Akademie ist Arwed Vogel
https://www.autorenwelt.de/person/arwed-vogel

Hier finden Anfänger und Fortgeschrittene, die sich weiterentwickeln wollen, die richtigen Voraussetzungen in den fünf Schreibkursen, die von erfahrenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern geleitet werden. Sie findet vom 27. Juli – 1. August 2020 statt.
Es finden folgende Kurse statt :
– Kerstin Hensel: „Der Autor in Welten der Anderen“
– Thomas Kastura: „Starker Plot – Treibende Mitte – Faszinierender Schluss“
– Judith Kuckart: „Stimme der Dinge“
– Senthuran Varatharajah: „Wie man sein Leben erzählt“
– Norbert Niemann: „Ich und Du“
Zusätzlich im Programm ist in diesem Jahr in der zweiten Wochenhälfte (30. Juli – 1. August) ein „LISA-Spezial“ – Kurs unter dem Motto „Vom Gedicht zum Kurzfilm“.
Näheres siehe https://www.schrobenhausen.de/de/Kultur-Tourismus/Literarische-Sommerakademie

Ich war selbst schon dreimal bei der LISA und habe im letzten Jahr bei der Lesung der Teilnehmer, meine Erfahrungen mit der LISA/Lisa in Form einer Kurzgeschichte literarisch aufgearbeitet.

Lisa und die Schrobi-Meile

Bis vor ein paar Jahren hatte ich die Stadt immer links liegen lassen. Auf der B300 auf dem Weg nach Nürnberg. Aber vor drei Jahren ist etwas passiert, was dem Ganzen eine entscheidende Wendung gab.
Ich habe Lisa kennengelernt.
Es war für mich völlig unerwartet. Anfangs hatte ich mich noch gefragt, ist es nicht zu früh, zu Lisa zu fahren, nach den vielen Bekanntschaften in Münchner Stadtteilen, am Starnberger See … und sogar in Fürstenfeldbruck. Fürstenfeldbruck, wer fährt da schon hin. Nein, sagte einer, der es wissen musste. Es ist nicht zu früh. Lisa wartet auf dich.

Als ich ankam, habe ich mich sofort in Lisa und ihre Stadt verliebt. Dabei hatte ich mich ihr vorsichtig genähert und beim ersten Mal noch außerhalb ihres Umfeldes übernachtet, bei Ursula. Aber dieses eine Mal konnte mich noch nicht befriedigen.Ich wollte mehr, wollte Lisa intensiver genießen, mit allen meinen Sinnen. Ich wollte ihr nah sein, auch in den Nächten. Also habe ich mich beim zweiten Mal ganz in ihrer Nähe einquartiert, beim Bräu, sozusagen um die Ecke.
Oft war ich erst früh morgens wieder in meinem Bett. Bin durch die schlafende Stadt gelaufen, einmal sogar mit einem Ventilator in der Hand. So heiß waren die Nächte. Aber auch die Tage waren erfüllend. Die tägliche Herausforderung, Lisa zu befriedigen, führte mich an die Grenzen meiner Phantasie. Ich wuchs über mich hinaus und es gelang mir meine Fesseln abzulegen und – ja was soll ich sagen – es wurde ein Höhepunkt nach dem anderen. Doch das Ende dräute und als ich im letzten Jahr Lisa verließ, war ich am Ende meiner Kräfte. Morgens um vier trottete ich ein letztes Mal durch die Gassen. Aber es blieb die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Und nun bin ich wieder da. Zum dritten Mal in Schrobenhausen. Zur 11. LISA! Ja, auch sie ist älter geworden. „Wird es wieder so schön, wie im letzten Jahr?“, fragte ich mich. Ich schlafe wieder beim Bräu, direkt am Wall und unweit der neuen Schrobi-Meile, die durch den Stadtkern führt. Geduscht, gekämmt, gefrühstückt … und dann ab zu Lisa. Vorher noch ein Haferl Kaffee, dabei die Leute beobachten. Vielleicht küsst mich ja die Muse.

Der Kaffee-Duft kitzelte meine Nase. Ich schweife mit meinen Gedanken ab, hebe mich, einer Drohne gleich in die Luft und schwebe über dem Boulevard: „Schrobenhausen, Du Wunderbare. Ein Schloss, vier Museen, ein eigenes Kulturreferat. Dieses Zentrum, wie eine Insel. Gefühlte acht Modegeschäfte, zahlreiche Cafés und Eisdielen, Restaurants und Wirtshäuser sowieso und so manches Hotel. Klar, neben Kunst, Kultur und Kommerz hat hier noch Vieles Platz.Von meiner luftigen Position sehe ich die Schrobenhausenerinnen und Schrobenhausener, wie sie in Scharen in den Stadtkern hereindrängen, sich in den Modegeschäften einkleiden, wie sie Eis-schleckend durch die Gassen flanieren, adrett, drahtig und gut angezogen … und wie sie in die Cafes, Restaurants und Wirtshäuser gehen und auch ansonsten das Leben genießen.Aber – das ist nur die eine, die helle Seite der Medaille. Auf der Dunklen gibt es diese fünf – oder mehr? – Apotheken. Aber nicht nur diese. Die vielen Arztpraxen. Irgendwoher müssen die Rezepte ja kommen. Ein Verdacht drängt sich mir auf. Leben hier am Ende verdeckte Hypochonder? Und wenn schon, zumindest sind sie adrett gekleidet und verstehen es, gut zu leben.

Ich schwebe weiter, da höre ich aus der Ferne eine Stimme. „Noch ein Wunsch, der Herr“. Ich schrecke auf. Vor mir steht die freundliche Bedienung von vorhin. „Nein danke“, sage ich und schaue auf die Uhr. In 10 Minuten beginnt mein Kurs.
Lisa … ich komme.

© 2020 Wolfgang Roth

Weitere Kurzgeschichten von mir findet Ihr hier: Meine Kurzgeschichten

Weitere Veranstaltungen findet ihr beim freien Literaturprojekt https://www.literaturprojekt.com/

Falls Ihr eine Veranstaltung kennt, die zum Thema passt, könnt Ihr mir gerne Informationen dazu schicken! https://der-roman-in-dir.de/kontakt/

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